Editorial




Blumen, keine Tomaten und gute Ideen
Kennt Ihr den? Ein Mundharmonika-Spieler ist nach einem Konzert niedergeschlagen: Die Hälfte der Leute hat Tomaten geworfen! Der Freund versucht zu trösten: Aber die andere Hälfte hat doch begeistert geklatscht! Ja, aber immer nur, wenn eine Tomate getroffen hat.
Liebe Leserinnen und Leser
Am 27. Mundharmonika-Festival vom 16. und 17. Mai in Kriens wurden keine Tomaten geworfen, im Gegenteil: ich habe unzählige „Blumen“, sprich positive Reaktionen erhalten. Die Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher waren begeistert. Sie lobten explizit die professionelle Organisation und die musikalische Ausgewogenheit der Darbietungen. Liebe „Muulörgeler vo Kriens“, das war eine tolle Sache! Nochmals herzlichen Dank! Übrigens: die Idee mit der Mundharmonika-Messe in der Gallus-Kirche war genial und „artete“ prompt in einen Volltreffer aus. Die Kirche war bis auf den letzen Platz besetzt, und Pfarrer Heller traf ins Schwarze, als er in seinem Schlusswort verkündete, sein Wein, den er uns nach der Messe offerieren werde, sei kein Fusel. Der Wein war excellent!
A propos Ideen: wie findet Ihr die Idee einiger europäischer Regierungen, wonach wir zur langfristigen Sicherung der Renten in Zukunft bis zum Pensionsalter 67 arbeiten sollen? Der Vorschlag hat für hitzige Köpfe gesorgt. Nun, man kann sich darüber streiten, ob eine Idee gut oder schlecht ist. Schlimm würde es erst, wenn keine Ideen mehr entwickelt würden. Das würde ja heissen, dass sich die Leute für die Probleme des gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht mehr interessieren würden. Gott sei dank ist dem nicht so. Gute Ideen sind nötiger denn je. Dies gilt auch für „Mundharmonika Schweiz“, zum Beispiel im Hinblick auf die Zukunft des Festivals. Leider konnte für das nächste Jahr noch kein Organisator gefunden werden. Was tun? Statt trotzig den Kopf in den Sand zu stecken und sich gegenseitig zu bejammern, müssen wir nach neuen Ideen suchen. Gibt es Alternativen zum Festival? In welcher Weise können wir, ausser mit einem jährlichen Festival, unsere Vereinsziele erreichen?
Wäre es denkbar, ein Jahreskonzert in Zusammenarbeit mit einem anderen Musikverein durchzuführen, so quasi als Koproduktion? Ich würde in einem solchen Vorhaben durchaus Vorteile erkennen, zum Beispiel: erleichterte Organisation, gemeinsames Budget, gemischtes Publikum, abwechslungsreiches Programm, wechselseitiger Zugang zu einer anderen Musiksparte usw.
Ich habe eine konkrete Anfrage erhalten, vom Präsidenten eines Blasmusikvereins aus der Ostschweiz. Bevor wir konkrete Kontakte knüpfen, möchte der Vorstand Eure Meinung in Erfahrung bringen. Also, liebe Leserinnen und Leser, schreibt uns bitte, was Ihr von dieser Idee haltet. Ihr könnt uns Eure Meinung brieflich, per E-Mail oder auch via Internet (Gästebuch) übermitteln. Für weitere Ideen sind wir natürlich ebenfalls sehr dankbar. Wir freuen uns auf eine Welle von Zuschriften. Herzlichen Dank im voraus! Und noch etwas: wir werfen keine Tomaten. Solche gibt’s höchstens für jene, die gar keine Ideen haben. Bitte den Absender nicht vergessen, denn anonyme Zuschriften müssen wir dem Papierkorb übergeben.
Ich wünsche Euch einen strahlenden Sommer, etwas kühler als im Juni, und einen kühlen Kopf!
Willi Siegenthaler