
Editorial
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Neue Töne in der Medizin |
| Liebe Leserinnen und Leser | |
| "Ohne Musik ist das Leben ein Irrtum". Diesen tiefgründigen Satz stammt aus der Feder des berühmten Philosophen Friedrich Nietzsche. Er hat bereits vor über 100 Jahren erkannt, dass die Musik das Wohlbefinden des Menschen günstig beeinflusse. Der Dichter Novalis war sogar überzeugt, dass jede Krankheit ein musikalisches Problem sei, und es gibt Völker, die den Gesängen ein grösseres Gewicht beimessen, als Kräutern und Arzneien. Inzwischen beschäftigt sich die Wissenschaft weltweit mit diesem Phänomen. Man hat in Langzeitstudien nachgewiesen, dass sich mit Musiktherapie Ängste und Schmerzen, Herz- und Kreislaufprobleme, Migräne, Stress und viele andere gesundheitliche Störungen positiv beeinflussen lassen. | |
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Warum wirkt die Musik? Physiker erklären die Wirkung auf den Menschen mit der Tatsache, dass auf atomarer Ebene die Grenzen verschwimmen: Schwingung und Materie, Welle und Teilchen, zwei Seiten einer Medaille. |
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Der amerikanische Arzt Dr. Fred Schwartz erforschte diejenigen Klänge, die uns bereits im Mutterleib begleiten - und entsprechend prägen. Er stellte fest, dass unsere ersten Sinneseindrücke über das Ohr entstehen, und dass wir bereits im Mutterleib diese ganz besondere Symphonie aus Herzschlag und Atem unserer Mutter, dem Klang ihrer Stimme und dem beruhigenden Rauschen ihres Blutes in den Adern hören. Der Forscher nahm die Klänge mit speziellen Mikrofonen auf und spielte sie Frühgeborenen vor. Resultat: die Babys nahmen schneller zu, entwickelten sich besser, waren ruhiger und konnten früher aus dem Krankenhaus entlassen werden. Da die Betreuung Frühgeborener eine kostspielige Sache ist, war und ist das Interesse der Spitäler und der Medien an diesen Forschungsergebnissen sehr gross. |
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Übrigens: Musik wirkt nicht nur auf den Menschen, und das ist ebenfalls belegt: Musik regt auch das Pflanzenwachstum an, Hühner legen mehr Eier und Kühe geben mehr Milch. |
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| Nun, wenn schon die passive Wahrnehmung der Musik unserer Befindlichkeit so zuträglich ist, wieviel mehr müssen dann die selbst erzeugten Töne, beispielsweise auf der Mundharmonika, unseren Geist, die Seele und den Körper beflügeln! Beweise? Kein Problem! Der jüngste Beweis waren die über 60 begeisterten Musikantinnen und Musikanten, die am Muha-Workshop vom 6. März in Reiden teilnahmen. Er war - um Simon Ammann oder Baschi von Music Star zu zitieren, schlicht "megageil". | |
| Neue Töne in der Medizin hin oder her, ich freue mich schon jetzt auf viele neue Töne am Schweizerischen Mundharmonika-Konzert vom 22. Mai 2004 in Buchs bei Aarau. Ich heisse Sie, liebe Leserinnen und Leser, alle herzlich willkommen! | |
| Willi Siegenthaler | |