
Einleitung
Als ich mir Gedanken zu diesem Bericht gemacht habe, ist in
mir die Frage aufgetaucht, inwieweit das vergangene Jahr durch besondere
Ereignisse, Erscheinungen und Entwicklungen geprägt war. Spontan fielen mir
zwei Begriffe ein: „Naturgewalt und Globalisierung“. Selten zuvor wurden dem
Menschen in so drastischer Weise seine Grenzen aufgezeigt, und selten zuvor
wurde der Kampf um die „gerechte“ Verteilung der Güter und Dienstleistungen
so erbittert geführt.
Dieser weltweite Preis- und Konkurrenzkampf drückt wegen
mangelnder Steuereinnahmen empfindlich auf die Staatskassen der
Industrienationen, die ihrerseits versuchen, sich durch einschneidende
Subventionskürzungen an fast allen staatlichen und nichtstaatlichen
Institutionen schadlos zu halten. Im kulturellen Bereich sind es vor allem die
städtischen Theater, die Sinfonieorchester sowie die Schauspiel- und
Opernhäuser, die unter dem Spardruck leiden und ihr Angebot reduzieren müssen.
Nicht betroffen sind tausende von Musik-, Theater- und andere Kulturvereine, die
keinen Anspruch auf Unterstützung der öffentlichen Hand haben und sich
ausschliesslich aus Mitgliederbeiträgen, Spenden und Inseraten finanzieren.
Diese Träger der „Breitenkultur“, wozu auch der Verein „Mundharmonika
Schweiz“ gehört, leisten - ähnlich wie der Sport - einen unverzichtbaren
Beitrag zum Wohle des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Finanzen
Ich stelle mit Freude fest, dass die
Betriebsrechnung 2005 von „Mundharmonika Schweiz“ wiederum mit einem
ausgezeichneten Ergebnis abschliesst. Der Vorstand wünscht, dass die
Mitglieder, Gönner, Spenderinnen und Spender, aber auch die Inserenten, die
dieses gute Resultat mit ihren Beiträgen erst ermöglicht haben, am Erfolg
beteiligt werden. Deshalb hat er beschlossen, im Hinblick auf das
vierzigjährige Vereinsjubiläum, welches nächstes Jahr stattfinden wird, einen
angemessenen Betrag als Rückstellung zu verbuchen.
Aktivitäten
Das Vereinsjahr 2005 war wiederum gekennzeichnet
von einer Vielfalt an Aktivitäten. Obwohl es tendenziell schwieriger wird, für
bestimmte Anlässe genügend Musikantinnen und Musikanten zu finden, gibt es
keinen Grund zur Resignation. Die Auflistung folgender Anlässe, die nicht
abschliessend ist, beweist, dass die Mundharmonika keineswegs ins Archiv gelegt
wurde, sondern sich nach wie vor, auch bei jüngeren Leuten, grosser Beliebtheit
erfreut:
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15.
Januar: |
Locarno, Sala Palazzo: Cosimo la Cava und Swiss
Tramps Trio Rothrist: Muulörgelistubete Kriens: Gallusheim, Beschallungs-Workshop Feusisberg: Jubiläum mit Dianas, Muulörgeler am Etzel und Seedammhöckler Studen bei Biel: GV und Jahreskonzert Marbach LU: Älplerzmorge mit Colores Muulörgeler Magliaso TI: Familien-Mundharmonika-Workshop mit Eugen Buser Konzert mit dem Muha-Orchester 90 Hilden / D Füllinsdorf BL: Kinder-Mundharmonikawoche mit Eugen Buser Bülach: „Bülifäscht“, Muha-Ensemble Eglisau Rothrist: Waldhütten-Plausch Eglisau: Salzhausplatz am Rhein, Muha-Ensemble Eglisau Aarwangen: 1. Oberaargauer Schnoregyge-Treff, Konzert mit sechs Formationen Wil ZH: Konzert, organisiert vom Muha-Ensemble Eglisau Trossingen: World Harmonica Festival Sempach: Seelandnacht-Metzgete mit den Colores-Muulörgeler Basel: grosser Muha-Abend Kriens: Frühschoppen-Konzert mit Muulörgeler vo Kriens Lausen: Weihnachtsfeier Muha-Schule „EUGEN“ mit Mikados-Quartett |
Muha-Treffpunkte
Der Muha-Treffpunkt in Sissach kam sechsmal zur Austragung, und in St.
Margrethen traf sich wiederum an jedem ersten Freitag im Monat eine Schar
Muha-Begeisterter zum gemeinsamen Musizieren. Darüber hinaus rundeten die
vielen privaten und öffentlichen Auftritte der Formationen, aber auch die
erfreulicherweise recht häufig abgespielten Tonträger-Titel bei Radio EVIVA
und DRS 1 die eindrückliche Bilanz der Muha-Szene ab. A propos Treffpunkt: es
wäre wünschenswert, wenn sich weitere „Stützpunkte“ oder gar Hochburgen,
verteilt auf das ganze Land, etablieren würden.
Rücktritte
Meine beiden langjährigen Vorstandskollegen Urs
König und Peter Lenzin haben den Wunsch geäussert, auf Ende des Vereinsjahres
2005 von ihren Posten zurückzutreten. Ich bedaure diesen Entscheid sehr,
respektiere ihn aber gleichzeitig.
Dank
Ich danke Urs und Peter, aber auch unserem Kassier
Ruedi Frey für den unermüdlichen Einsatz und die geleistete grosse Arbeit im
Vorstand. Ich möchte es bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen, auch jenen
Mitgliedern herzlich zu danken, die sich unermüdlich für die Jugendförderung
einsetzen. Namentlich erwähnt sei hier Eugen Buser, der mit seinem grossen
Engagement die Begeisterung für unser Instrument immer wieder auf Kinder und
Jugendliche zu übertragen versteht. Ein aufrichtiger Dank geht aber auch an all
jene, die sich in irgend einer Weise um die Sache der Mundharmonika verdient
gemacht haben.
Schlusswort
„Wer nicht wirbt, der stirbt“, Dieses
geflügelte Wort aus der Werbebranche ist wohl auf die meisten
Interessengruppen, Institutionen, Parteien, Vereinigungen und Clubs anwendbar,
und es gilt auch für „Mundharmonika Schweiz“. Den besten Werbeeffekt
erzielen wir mit guten Auftritten, seien es private oder öffentliche. Wenn es
uns gelingt, beim Publikum den „Aha-Effekt“ auszulösen, legen wir den
Grundstein nicht nur für den Fortbestand, sondern auch für ein gesundes
Wachstum des Vereins. Ich wünsche mir, dass das Mundharmonika-Virus in breiten
Bevölkerungsschichten eine musikalische Begeisterungs-Pandemie auslöst, und
ich wünsche mir insbesondere, dass dieses gesundheitsfördernde Virus wieder
vermehrt auch in der französischen und italienischen Schweiz ansteckend wirkt.
Willi Siegenthaler