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Roland Moser
Was
sich bereits im Vorjahr abzeichnete, bestätigte sich auch am zweiten
Festival in Aarwangen auf eindrückliche Art und Weise. Es begann damit,
dass ich bereits vor einem Jahr für die Moderation angefragt wurde. Klar,
das freute mich, und zeigte mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Entsprechend gross war die Vorfreude auf die neuen Gruppen, die ich
vorstellen durfte. Wieder benötigte ich Infos aus dem Internet, um etwas
über die Geschichte der Mundharmonika zu berichten und bei der
Moderation einfliessen zu lassen. So
wurde die Zeit vor dem Anlass ebenfalls genützt, um über die
auftretenden Gruppen ein Bild zu erhalten. Dabei hat mir der sehr gut
aufgemachte Festführer so ziemlich alle Infos geliefert, die aussagekräftig
am Mikrofon umgesetzt werden konnten.
Das
Konzert
Gleich
zu Beginn spielten die „Schnoregygeler vo Aarwange“ unter der Leitung
von Mario Wyss, damit alle während der Vorführungen der andern Gruppen
Zeit für die immense Arbeit in der Halle fanden. Arbeiten, die notabene
zu Hauf anstanden und von den Leuten hervorragend erledigt wurden. Mit dem
ersten Titel „Dr Pisteraser“ von Kaspar Muther tasteten sich die SvA
auf feine Art vor, um den Puls des Publikums zu messen. Und die Besucher
waren sofort warm und lebten in der dargebotenen Musik mit.
Ich
stellte die einzelnen Spielerinnen und Spieler namentlich vor und schon
ging es zum zweiten Titel „Stand by me“ von Ben E. King. In einem
kurzen Interview befragte ich Mario über die Reaktionen auf das erste
Fest in Aarwangen und über die Teilnahme an der WM in Trossingen.
Dort
erreichte die Gruppe das Prädikat „excellent“ was auch einen
speziellen Applaus seitens der Besucher erforderte.
Mit
dem dritten Titel „s’ Gygeli“ spielten die SvA sich vollends in die
Herzen der Besucher. Schliesslich folgte mit „Baby Elphant walk“ auch
die Herausforderung nach einer Zugabe, welche die Gruppe sehr gerne gab.
Die
„Old fellows Hamonics“ als zweite Formation
Mit
Oswald Meyer (Lead) Mani Ellenberger (Accord) und Georges Isenegger am
Bass, folgte ein Trio, dessen virtuoses Spiel ebenfalls zu gefallen
wusste. Die seit dem Jahr 2002 bestehende Gruppe kennt viele
Stilrichtungen. Entsprechend waren die gewählten Titel vielfältig.
„So en Tag“ von Carlo Brunner eröffnete diesen Konzertblock.
Mit
dem Titel „Blue Shadow“ oder „blaue Schatten“ fühlte man sich
gleich irgendwo, eben im blauen Schatten. Dabei fiel dem Zuhörer gleich
auf, dass Osi Meyer fast ansatzlos und gekonnt sehr feine Melodien-folgen
beherrschte. Mit dem nicht weniger bekannten „Schwarzenburger Marsch“
von Hansruedi Kappeler wurde schliesslich ein Stück intoniert, das aus
dem Radio über Jahre hinweg bekannt war. Schliesslich kam auch der
„Second Waltz“ ein weiterer bekannter Titel dazu. Mit dem letzten
offiziellen Titel „Pauli-Swing“ holten sich die Drei die verdiente
Zugabe.
Das
Moskito’s Quartett
Diese
Gruppe, entstanden fast aus Zufall, in der Schule von Willi Schwager und
stellte sich bereits im Programmheft auf witzige Art dem Besucher vor.
Unter
der Leitung von Ursula Kocher ging es auf eine Reise der Gefühle, der
Liebe und der Romantik. „Adios Muchachos“ von Carlos Sanders bot einen
Hauch südamerikanischer Rhythmen, bevor es zum „Griechischen Wein“
aus Udo Jürgens Feder kam. Richtig fein erklang „Erstes Morgenrot“
von Ruedi Bauer und forderte von Vreni Studer, Hansjörg Käser und
Herbert Haller zusammen mit Ursula viel Gefühl ab. Die Vier machten
ihre Sache gut. Im „Concerto Rusitcalo“ von Helmuth Herold war bereits
wieder ein südlicher Anstrich feststellbar. Und schliesslich konnte mit
„Amor, Amor, Amor“ ein Schlusspunkt mit entsprechender Zugabe erreicht
werden.
Die
Grossformation Melodias
Nach
der Pause zeigte ich einmal mehr einige geschichtliche Zusammenhänge auf
und durfte die grosse Gruppe „Melodias“ unter der Leitung von Kuno
Heutschi vorstellen. Mit 31 Mitgliedern stand da eine eindrücklich grosse
Formation auf der Bühne. „Kalinka“ die bekannte russische Volksweise
ertönte und Leute aus dem Publikum begleiteten mit rhythmischem Klatschen
die Darbietung. Und sogleich folgte mit „Ganz Paris träumt“ ein
weiteres bekanntes Stück. Der „Amazing Grace“ zeigte Wirkung, das
Publikum summte mit. Schliesslich führte der „Schwarze Zigeuner“ zu
einem Rhythmuswechsel in den Tango, und der „Sentimental Journey“ zur
ersten und zur zweiten Zugabe.
Die
Colores-Muulörgeler aus Littau
Mit
Martin Jenni, Erwin Schaller, Ursula Brunner, Hardy Regli, Käthi Regli
und Werner Emmenegger stellte ich schliesslich ein Sextett vor, das in
bunten Farben seinem Namen alle Ehre gab. Die Gruppe spielt seit 1998 und
stammt ebenfalls aus Willi Schwagers Schule. In volks- tümlichen Stil
wurde der Titel „Edelweiss und Enzian“ von Jakob Bieri gespielt.
Beim zweiten Titel „Mehr wie ein Kuss“ war einmal mehr die
Liebe das Thema. Am „Marktsamstag“ wurde schliesslich ein gemeinsamer
Einkauf dargestellt und letztendlich „Wilde Rosen“ von Otto Schneider
gespielt. Glenn Miller’s „American Patrol“ bildete schliesslich den
Schlusspunkt, nicht ohne ebenfalls eine Zugabe.
Zu
guter Letzt „Dianas Harmonicas“
Eine
der älteren Formationen, mindestens was die Gründungszeit im Jahre 1958
anbelangt, war dieses Trio, das ich ansagen durfte. Ausser der Grün-
dungsszeit war aber alles andere Unterhaltung pur! Kari Zürcher
(1.Stimme), ein Virtuose schlechthin, Erwin Freiburghaus (Bass) und Toni
Fuhrer (Accord), gaben einfach alles. Das Trio mit Live-Erfahrung in Radio
und TV zog alle Register. Bereits das erste Stück „Janine“ von Albert
Raisner löste grossen Applaus aus.
„Rag
of Rag“ von David Bee und „Le Canari“ von Paul Nero überzeugten
vollends. Karl war auf Touren und kaum mehr zu bremsen.
Mit
„Heart over Mind“ und Brahms „Ungarischer Tanz Nr. 6“ beendete das
Trio den offiziellen Teil des Konzertblockes aber noch lange nicht.
Frenetisch forderte das Publikum mehrere Zugaben, so dass Kari mit seinen
Kollegen körperliche Schwerstarbeit fast bis zur völligen Erschöpfung
leistete. Beim Schreiben dieser Zeilen klingen die rassigen und mit viel
Hingabe gespielten Melodiensträusse immer noch nach!
Das Fest
schlechthin
Zusammenfassend
darf ich ohne Einschränkung allen Beteiligten ein Riesen-kompliment
aussprechen. Die Leistungen aller Gruppen waren hervorragend und sehr gut
vorbereitet. Das hat sich schliesslich im dankbaren Publikum aufs Beste
niedergeschlagen und nachhaltige Erinnerungen festgenagelt.
Ich
denke, dass weitere Ausgaben dieses Festivals in Aarwangen folgen werden
und, dass sich die Beliebtheit des Anlasses als Lohn für die organisierenden
„Schnoregygeler vo Aarwange“ niederschlagen wird.
Ein
dickes Bravo gilt der Auswahl der Gruppen, wo die ganze Bandbreite der
Gruppen und deren Möglichkeiten voll zu Geltung kamen. Vielfältiger als
dieser musikalische Event lässt sich kaum ein vergleichbarer Anlass auf
die Beine stellen.
Ich
komme jedenfalls sehr gerne wieder! Auch um Adhock-Formationen spontan
zu erleben und einfach zu geniessen. Wer nicht dabei sein konnte, dem
fehlt heute etwas! Deshalb ist der Eintrag des 3. Festivals am 13. Oktober
2007 in der Agenda bei mir bereits erfolgt!
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