
20.
Appenzeller
Jubiläums–Muulörgelitröffe
Ein Bericht von K.Peter Lenzin
Bericht aus der Sicht eines Flachländers.
Die Muulörgeligruppe
Alpstee, Urnäsch unter der Leitung von Albert Signer lud zum 20. Jubiläumstreffen
im Rest. Sonne in Urnäsch ein. Im wunderschönen, antiken SonnenSaal, er hat
an den Schrägdecken ringsum schöne Gemälde aus alten Zeiten und ist ganz mit
Holztäfer in Rosettenform (richtige Handwerkskunst) ausgekleidet, wurde dieser
Jubiläums-Anlass abgehalten. In der einmaligen, unbeschreiblich warmen
Ausstrahlung dieses Saals, der bis auf den letzten Platz besetzt war, hörten
wir Flachländer zuerst nur den für uns „fremdländischen“ Appenzeller
Dialekt. Wir mussten uns daran gewöhnen und genau zuhören dass wir die Pointen
der vielen Witze nicht verpassten
Mitwirkende:
Alpstee Urnäsch als Organisator
Jodlergruppe Heiden
Gastgruppe: Seedammhöckler, Altendorf

Das
Quartett „Alpstee“ von Urnäsch eröffnete diesen Abend mit dem
treffenden Stück, „Muulörgeli-Träffä“ natürlich mit ihren diatonischen
Muhas, was bei ihnen den besonderen Appenzeller Sound unterstreicht. Und was bei
ihnen natürlich nicht fehlen darf - der erste Witz folgte schon. Nur schon wie
diese vorgetragen werden, fasziniert und animiert zum bewegen der Lachmuskeln.
Das
bekannte Quartett „Zampanos“ aus Herisau gehört natürlich auch zu
den Appenzellern. Mit seiner neuen und umgestalteten Besetzung, aber auch mit
seinen neuen Musikstücken hat es uns wieder mal überrascht. Besonders das vom
neuen Bassspieler Hansruedi Etter komponierte „s’Muulörgeler-
träumli“ fand sehr grossen Anklang und löste hier und da Tränen der Freude
aus.

Das
Quintett „Häädlergruess“ aus Heiden, bestehend aus drei Frauen und
zwei Männern, zeigt sich als eine vielseitige, interessante Gruppe. Sie
spielen nicht nur sehr gut Mundharmonika, sie setzen auch eine Blöckflöte
ein und geben dazwischen sehr gut vorgetragene Jodellieder zum Besten. „Cheibe
schö ond gär nüd tüür“, oder „em Hirsche z’Gääss“, sowie ihre
trad. Zäuerli zeugen von ihrer einheimischen schönen Musik.
Die
Teufener „Giftsäck“ wollten sich umtaufen, haben aber bald gemerkt,
dass sie mit einem Namen wie Edelweiss usw. eben nicht so giftig auftreten können,
also blieben sie beim Namen Giftsäck.
Auch
sie spielen einheimische Musik wie z.B: „de Fassputzer“, „Liechtmess–Schwinget
z’Gääss“, usw. Dazwischen folgen ein paar gesangliche Einlagen und immer
wieder Witze um die Lachmuskeln in Bewegung zu halten. Ich glaube die
Appenzeller gehen mit einem Witz ins Bett und wachen mit einem Witz wieder auf.
Eine
immer wieder gern gesehene Gastgruppe wurde in den „Seedammhöckler“
von Altendorf gefunden. Sie sind seit zehn Jahren zusammen, heissen aber erst
„Höckler“ seit Hans Haltiner dabei ist! Und den kennen wir natürlich gut
von dieser Seite! Aber man höre, auch sie bringen zur Auflockerung ein paar
gute Witze. Ihre Schottisch, Schnellpolka, Ländler und Walzer fahren so richtig
ein.

Ja, wenn es
das Appenzeller Muulörgelitreffen nicht schon gäbe, müsste es erfunden
werden.
Leider wurde die Meldung herumgereicht,
dass auf Grund einer Umfrage unter den Appenzeller Gruppen dieser Anlass in
dieser Art zum letzten Mal stattfinden soll, sie möchten in Zukunft wieder eher
lockere „Stubete“ durchführen. Das wäre sehr schade!
Ich habe aber auch schon in Erfahrung gebracht, dass
Appenzeller-Gruppen, welche Mitglied bei der Muha.ch sind, weiterhin bemüht
sind, Treffs mit überregionalen Gruppen (aus der ganzen Schweiz) durchzuführen.
Das Ziel ist, das sehr breite Spektrum der Mundharmonika, (volkstümlich,
evergreens, country, blues bis zu klassisch) in ihrer Region besser bekannt zu
machen und die Mundharmonika-Spieler zu animieren, damit auch neue Gruppen
gegründet werden.
Zu Beginn dieser Treffen waren es neun Formationen,
verschiedene Müsterchen und Erinnerungen aus diesen 20 Jahren wurden erzählt.
Es wäre wirklich Schade, wenn dieser schöne Brauch aufgegeben würde, was auch
vom Publikum mit einem grossen Applaus bedauert wurde.
Also
liebe Appenzeller Muulörgeler wir hoffen auf euch und warten auf den neuen
Termin für das 21. Appenzeller Muulörgelitröffe.