
Ein «Adieu» auf dem Höhepunkt
Das Swiss Tramps Trio gab seine Abschiedsvorstellung «im Doppelpack»
Zwei Abendvorstellungen waren nötig, um all die treuen Fans des Swiss Tramps Trios unter zu bringen, die sich das allerletzte Konzert dieser erfolgreichen «Muulgiigeler» nicht entgegen lassen wollten. Es war ein «Adieu» auf dem Höhepunkt – ein «Wiedersehen» in dieser Formation wird es nicht mehr geben.

Während 38 Jahren waren sie Publikumserfolge, standing Ovations, Sympathiebekundungen und Bühnenerfolg gewohnt: Das Swiss Tramps Trio mit Ruedi Frey (Melodie: Lead/Ansage, Schöftland), Heinz Stampfli (Bass: Drive/Fundament, Olten) und Ernst Dürler (Chord: Harmonie und Rhythmus, Zürich). In dieser langen Zeit kommen zahlreiche Fans, Musik- begeisterte, Freunde und Bekannte zusammen, so dass ein Abschiedskonzert nicht genügte. Im schmucken Saal des Rössli in Rothrist war deshalb am Wochenende gleich zwei Mal Mundharmonika-Konzert angesagt, jedoch leider mit einem traurigen Beigeschmack: Das «Swiss Tramps Trio» wird es ab sofort nicht mehr geben. Ruedi Frey begrüsste die zahlreiche, festlich gekleidete Gästeschar, darunter die Nationalrätin Sylvia Flückiger, der CD-Götti Urs Hagmann, und sogar Freunde, die aus Konstanz angereist kamen.
Eigener Stil
geprägt
Die «Tramps» gab es seit 1970 in vier Phasen, jedoch stets mit eigenem Stil und einzigartigem Sound: Erste Auftritte erfolgten im Quintett, danach wurde auf das Quartett reduziert, bis dann zwei verschiedene Formationen des Trios auftraten. Von allem Anfang an dabei waren Ruedi Frey und Heinz Stampfli. Ihre Ideen holten sie sich in den USA, von wo ihre Vorbilder zum grössten Teil kamen. Was in all den Jahren gleich blieb, war die gemeinsame Faszination Mundharmonika, die Liebe zu diesem Instrument. «Wir haben uns den Abschied gut überlegt», meinte Ruedi Frey bei seinem Rückblick. «Nun kommt die Weisch-no-Zeit, und diese wollen wir mit einem grossen Finale einläuten. Mit der Beendigung der Bühnenauftritte wird uns inskünftig wieder mehr Zeit bleiben, um anderen Hobbies zu frönen.» Frey verglich diesen Abend mit einem Fussballspiel. Eingeladen waren nämlich die Maspesos (Ernst Hotan, Werner Hotan und Hans Hofer), eine Mundharmonika-Gruppe, die seit 44 Jahren in gleicher Formation spielt. Einzeln bestritten die beiden Trios einzelne Blöcke, fanden zum gemeinsamen Spiel zusammen und vermischten sich. «Dabei gibt es keine Verlierer, sondern nur eine Gewinnerin», so Ruedi Frey weiter, «und das ist die Mundharmonika».


Unwahrscheinlich virtuos
Die beiden Trios zeichneten einmal mehr das Bild eines Instrumentes, das unwahrscheinlich vielfältig ein-gesetzt und höchst virtuos gespielt werden kann. Hits, Volksmusik (dr Schacher Seppeli), Blues, Soul, Boogie Woogie, aber auch heisse südamerikanische Rhythmen lassen sich ebenso gut darauf spielen wie Klassik. Das Swiss Tramps Trio gab zum Abschied noch einmal alles. Dasselbe taten die Maspesos, allerdings werden diese weiterhin auftreten.
Letzter Auftritt des Swiss Tramps Trios: Ernst Dürler, Ruedi Frey und Heinz Stampfli gaben noch einmal alles.
F. Steffen (Bild und Text)